Herzlich willkommen auf den Seiten der

Evangelischen Kirchengemeinde Rötteln

Geschichte


Am 7. September des Jahres 751 n. Chr. hatte das Hofgut WAHINHOFEN, vermutlich der heutige Wenkenhof in der Gemeinde Riehen, hohen Besuch: Der Herr des Gutes, Herr Ebo, ritt in Begleitung seiner Gemahlin Odalsinde, einer größeren Anzahl von Knechten und vor allem begleitet von 11 weiteren namentlich bekannten wichtigen Herren der Umgegend durch das Tor. Die Knechte kümmerten sich um die Pferde, während die Herrschaften den Willkommenstrunk entgegennahmen und sich in das große Haus begaben. Mit dem Herrn Ebo war auch einer gekommen, der des Lesens und Schreibens kundig war; es war Landarius, ein geistlicher Herr. Er wurde gebraucht, weil eine Urkunde aufgesetzt und rechtsgültig unterschrieben werden sollte. Diese Urkunde ist uns erhalten geblieben; sie liegt im Archiv des Klosters St. Gallen und hat folgendes Aussehen:


Sie endet mit den Worten: ,,Ich, der Priester Landarius, habe das geschrieben und zwar am 7. Tage im Monat September im 10. Jahr der Regierung unseres Herrn Childerich." Childerich war der letzte Frankenkönig aus dem Hause der Merowinger, und das 10. Jahr war das letzte seiner Regentschaft. Der spätere König und Kaiser Karl der Große war noch ein kleiner Bub, als dieses für uns so aufschlussreiche Dokument in Wahinhofen von Ebo und 11 zeugen unterzeichnet wurde, im September 751.

Herr Ebo vermachte mit dieser Urkunde der Abtei St. Gallen alle bewegliche und unbewegliche Habe ,,in Wahinhofen, Laidikofen und Bodinhofen einschließlich der hier wohnenden Leute, dazu auch einen Teil unserer Kirche in dem Ort, welcher genannt wird RAUDINLEIM, wo Landarius als Priester bestellt ist."

Das ist sie also, die älteste Bezeugung einer Kirche in Rötteln mit geordnetem priesterlichen Dienst. So konnten wir also im Jahre 2001 auf mindestens 1250 Jahre Kirche und Gottesdienst auf dem ,,Chilft" zurückblicken - wahrlich ein Grund zum dankbaren Feiern!

Nach einer weiteren schriftlichen Erwähnung im Jahr 8oo versank danach die Röttler Kirche für Jahrhunderte im Dunkel der Geschichte. Erst 1356 wird sie wieder genannt aus einem schrecklichen Anlass. Das große Erdbeben, das nahezu die gesamte Stadt Basel verwüstete, hatte auch Rötteln nicht verschont: die Burg hatte schwere Schäden erlitten, und die Kirche war zusammengestürzt. Nachdem die Burg wieder instandgesetzt war, entschloss sich Markgraf Rudolf zum Bau einer ganz neuen Pfarrkirche in Rötteln. Die Zeiten waren schlecht, und das Geld war knapp; deshalb wurde wiederverwendet, was noch brauchbar war, zum Beispiel die Fenstergewände man erkennt sie daran, dass sie keine gotische Spitze haben. Trotzdem wurde die neue Kirche größer und schöner als die vorherige: die Erharduskapelle an der Nordseite (jetzt Sakristei) bekam das wunderschöne Netzgewölbe in der Decke, die Kanzelsäule wurde besonders sorgfältig gearbeitet, der Turm wurde erhöht, und mit der Georgskapelle im Osten schuf sich der Markgraf eine Grablege für seine Familie. 1401 wurde die neue Röttler Kirche geweiht. Deshalb konnten wir im Jahre 2001 zugleich das 600-jährige Bestehen der jetzigen Kirche feierlich begehen!

 
 

webmaster@roetteln.de